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Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Wer nutzt die Chancen, wer erhält die Rendite?

Eine Digitalisierung von EVU-Prozessen eröffnet Chancen auf neue Dienstleistungen und Ertragsquellen. Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung an vielen Stellen eine Aufwandsreduzierung und Kostensenkung. So die Hypothese.

Wenn dies zutrifft, dann müssten in Kürze die ersten neuen Geschäftsmodelle aus der Experimentierphase treten und marktrelevant werden. Die erwarteten Einsparungen wiederum müssten in Form einer „Digitalisierungsrendite“ sichtbar werden.

Wo aber wird diese Rendite sichtbar?

  • Bei den Lieferanten? Bei den Netzbetreibern?
  • Bei den Datendrehscheiben für Mess- und Verbrauchsdaten?
  • Bei internationalen Cloud-Betreibern?
  • Oder bei den zahlreichen IT-Dienstleistern, Softwarefirmen und Gerätelieferanten, die den EVU mit neuen IT-Diensten aufrüsten und ihn gleichzeitig für gutes Geld durch den Hindernisparcours ständiger regulierungsbedingter Prozess- und Systemumbauten helfen?

Programm

09:45 Uhr Begrüßung und Einleitung

Klemens Gutmann, Vorstandsvorsitzender BEMD e. V.
Dirk Briese, Geschäftsführer BEMD e. V.

10:00 Uhr Regulierer und Akteure

Johannes Kempmann, Präsident BDEW e.V.
Jochen Homann, Präsident Bundesnetzagentur
Vertreter EVU, (Referent in Absprache)

Aus europäischer Sicht haben wir Deutschen in der Energiepolitik einige Alleingänge vollführt und wollten immer wieder ganz vorne sein. Beim Smart Meter-Rollout dagegen liegen wir ganz weit hinten und arbeiten dabei deutlich teurer und aufwändiger als andere EU-Staaten. Auch das ist ein Alleingang.

Gleichzeitig hat der deutsche Energiemarkt ein sehr positives Merkmal: er besteht aus vergleichsweise vielen Akteuren, die ausreichend groß sind, um eigene Investitions- und Innovationsprojekte durchführen zu können. Dazu kommt eine wachsende Zahl von Zulieferern, was sich auch in Verbänden wie dem BEMD manifestiert. Für die anstehende Digitalisierung der Prozesse und Dienstleistungen und einem Wettbewerb der besten Ideen ist das eigentlich eine gute Voraussetzung. Nicht jeder Energiemarkt Europas kann das von sich behaupten.

11:00 Uhr Podiumsdiskussion
  • Sind die deutschen Alleingänge wirklich so „alleingängig“? Was spricht dafür, was spricht dagegen?
  • Sind die genannten Alleinstellungsmerkmale des deutschen Marktes tatsächlich positive Merkmale?
  • Wie stark ist die Wucht der Skaleneffekte? Bleibt bei all den Umbaukosten auch noch Raum für den Mittelstand?
  • Große Player z.B. aus dem Big Data-Bereich lauern auf ihre Chance. Sind sie Innovatoren, Inkubatoren, Rosinenpicker?
  • Digitalisierung soll immer zu Automatisierung und Einsparung führen. Wer erhält letztendlich die Rendite?
11:30 Uhr Kaffeepause
12:00 Uhr Umsetzbarkeit in der Organisation/Belastungen vs. Geschäftschancen

Stefanie Kemp, Leiterin IT Governance & CIO-Office RWE IT GmbH
Andreas Feicht, CEO Stadtwerke Wuppertal und Vizepräsident VKU e.V.

12:30 Uhr Podiumsdiskussion
  • Gibt es bei den oft großen Projekten der System- und Prozessumstellungen eine Gegenfinanzierung?
  • Welche Rolle spielen Größen- und Skaleneffekte? Sind bestimmte IT-Aufwände vielleicht nur noch durch große Unternehmen zu finanzieren? Oder ist es grade umgekehrt: in großen/komplexen Unternehmen werden tiefgreifende System-/Prozessumbauten zum „budgetären Himmelfahrtskommando“.
13:00 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr In Medias Res: Wo bleibt die Rendite?

Die Energiewirtschaft wird oft von Skaleneffekten getrieben. In großen Organisationen müsste es also viele rentable Ansatzpunkte für die Digitalisierung komplexer Prozess- und Dienstleistungsstrecken geben. Wie sehen das die Verantwortlichen? Wie sieht das mit den Erträgen bei der nun anstehenden, gesetzesgetriebenen Digitalisierung aus, z.B. beim Smart Metering oder neuen Kundendienstleistungen rund um dezentrale Versorgungsmodelle.

Dr. Thomas König, Geschäftsführung E.ON Deutschland GmbH
Michael Heidkamp, Vorstand EWE AG (angefragt)

15:30 Uhr Kaffeepause
16:00 Uhr Konkret & Praktisch: Neue Geschäftsideen

Die Handelspreise für Energie befinden sich im Dauertief, die Verbraucherpreise stagnieren. Dadurch schwinden die Schubkräfte für eine komplexe Verbrauchs- und Netzoptimierung und für die Sinnhaftigkeit intelligenter Messsysteme. Gibt es trotzdem Geschäftsmodelle, die sich rechnen?

  • Vorhersage des Kunden-„Energieverhaltens“: Was hat der Vertrieb davon?
    Dr. Jan Marckhoff, CEO BEN Energy AG
  • Bündelung auch kleinerer Einspeiser und Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk.
    Sebastian Mayer, Geschäftsführer GridSystronic Energy GmbH
  • Smart Home: Ein großer Energielieferant bietet QUIVICON an.
    Stefan Kenkmann, Leiter Kunden- und Prozessmanagement, E-Wie-Einfach GmbH (angefragt)
  • Mieterstrom: In kleinen Schritten zum Ertrag
    Dr. Harald Will, Geschäftsführer UrbaneEnergie GmbH
17:30 Uhr Querdenker und Resümee

Quer gedacht: Prof. M Tolan, TU Dortmund
Resümee: Klemens Gutmann, Vorstandsvorsitzender BEMD e.V.

18:30 Uhr Abendempfang in der Spielbank Hohensyburg